Gran Canaria 2026 – Mogán und Ayaguares

Es ging nochmal früh los, 9 Uhr an der Tankstelle, heute nur zu viert. Meyers hatten Ruhetag und es wurde sehr gemütlich die gesamte Küstenstraße bis nach Mogán gerollt. Hinter jeder Bucht riesige Hotels und Bungalows. Das Ende der GC-500 ist leider eine seit Jahren nicht mehr geöffnete Straße und eine Autobahnabfahrt deren Befahrung teuer ist. Ansonsten gibt es von dort keine weitere Möglichkeit die Insel zu umrunden – außer über Soria. Nach der kurzen Straßenbaulichen Exkursion wurde umgedreht und es gab einen Kaffee im Quartier der Meyers, ein schöner Abschluss der Woche bei perfektem Wetter. Damit auch das Training nicht zu kurz kam, wurde der Hausberg nochmal gefahren, der untere flache Teil mit Rückenwind wurde sehr zügig absolviert. Daniel brachte das Leihrad zurück, aß Eis zum Mittag und spazierte mit richtigen Schuhen und defektem Rad (Ersatzteil liegt schon in der Packstation) zurück zur Unterkunft, wo Heiko am Pool chillte und sein Rad schon eingepackt hatte. Aus Traditionsgründen (und weil es gut schmeckt) wurde den 35 Minuten Fußweg zur Pizzeria Basilico auf sich genommen, um dort von der Bedienung wiedererkannt zu werden – immerhin das 3. Jahr in Folge dort gewesen. Stravalink

Gran Canaria 2026 – Gruppenteilung

Heute ging es 9:30 Uhr los, eine Grundlagenrunde mit ca. 140 km stand auf dem Programm direkt hoch in Richtung Fataga. Die Straße war voll mit Rennradlern aller Leistungsklassen, ein Schweizer Frauenteam wurde im „Grundlagentempo“ der Meyers überholt. Zu Beginn war es bewölkt, aber es wurde schnell ordentlich warm. Als dann am ersten Gipfel nach 28 km spontan links abgebogen wurde (statt geradeaus wie auf dem Track), ließ ein unsauberer Kettenblattwechsel von Daniel die selbige abspringen. Dank Wachs eigentlich kein Problem, aber beim nächsten Tritt war aus unklaren Gründen das Schaltwerk an der oberen Kettenstrebe – rien ne va plus. Das Kettenschloss war halb auf und das Schaltwerk verbogen. Die anderen fuhren nach kurzer Rücksprache weiter und die Route wurde von Micha spontan geändert, es ging nach Cruz Tejeda – durch die Kurve an der er vor 2 Jahren verunfallte. Die Abfahrt in Richtung Las Palmas war gut, ab dann folgte eine recht verkehrsreiche, wellige Strecke in Richtung Telde. Die Pace war weiterhin hoch, sodass Heiko ordentlich kämpfen musste – aber auch für Philip war sicher nicht alles 100% „easy“. Ungefähr eine Stunde lang wurde es noch kühl, die Wolke und die Radgruppe hatten in etwa die gleiche Geschwindigkeit und Richtung – aber es blieb trocken. Stravalink

Daniel versuchte erst einen Bus zu nehmen, die Panne war direkt an einer Haltestelle. Leider gab es keine Radtransportmöglichkeit, es ging in ein nahe gelegenes Ausflugslokal. Dort bestelle die nette Bedienung ein Taxi – Toyota Prius hatte keine Probleme das Rad samt Fahrer zu transportieren. Das Resort „Maspalomas“ gibt es bedauerlicherweise zweimal im Ort, natürlich wurde zum falschen gefahren. Da sich dieses aber näher am Radverleih am Strand Meloneras, war der Plan jetzt direkt dorthin zu kommen (2,7km). Es wurde für 15:00 Uhr ein Leihrad in Aussicht gestellt, derweil gab es Pasta mit Meerblick. Das eigene Rad durfte nach kurzer Überzeugungsarbeit in der Zwischenzeit dort gelassen werden, und nur der (sehr weiche) Sattel musste noch ein paar mal hochgestellt werden – dann ging es weiter. Die wellige Küstenstraße wurde zum Intervalle fahren genutzt, dann kurz im Rückenwind ausruhen und den Anstieg nach Soria angreifen. Die Wattwerte waren gut, die Zeit aufgrund des Materials nicht. Nach dem Abzweig zum Tauro Pass kommt auf der Stichstraße nichts mehr Spannendes, also ging es wieder zurück, um zwei Minuten vor Heiko in der Unterkunft anzukommen. Stravalink

Gran Canaria 2026 – Ruhetagsrampen

Am sogenannten Ruhetag ging es zu zweit direkt nach El Toblero wo eine neue Stichstraße erkundet wurde. Nach ca. 15 km endet diese mit einem Sperrschild und wird zur Gravelstraße. Direkt durch den nicht touristischen Ort ging es gut bergauf, die Straße wurde zunehmend schmaler und der Belag gröber. Es kamen bis auf zum Teil verlassene Häuser und ein paar Gartenhütten keine Zivilisation mehr, dafür viele Rampen, die sich aber mit kurzen Abfahrten abwechselten. Der Ausblick in alle Richtungen war überragend, kurz vor dem Ende der Strecke konnte man sogar ins Nachbartal nach Soria hinabblicken. Am Schild wurde dann der einheimische Geheimtippriegel (600kcal für 1,5 Euro) verspeist und es ging wieder hinunter. Die zweite Auffahrt war dann die Lokalrunde Maspalomas auf den Cima Pedro Gonzales, dieses Mal gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Die präferierte Richtung wurde ohne konklusives Ende begangen, die klare Strava-User Mehrheit ist auf jeden Fall für gegen den Uhrzeigersinn 🙂 In Ayagueres waren alle Höhenmeter geschafft und es gab sehr süßen Kuchen mit Cola, dann ging es zum Pool, der sogar kurz getestet wurde, es wurde totes Holz gelesen und der Ruhetag nahm Form an. Nachdem Heiko den jetzt geflickten pannensicheren Schlauch wieder zurückgetauscht hatte gegen den Reserve-Leichtbauschlauch wurde die Abfahrt im übrigen noch verzögert, Daniels Rad fehlte, ob nicht montierter Kette gänzlich der Vortrieb. Abends wurde ein sehr gutes Restaurant getestet, das trotz des Namens nicht enttäuschte.
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Gran Canaria 2026 – Tal der Tränen

Aufgrund einer unsicheren Wetterprognose am höchsten Punkt der Tour wurde bereits kurz nach 9 Uhr gestartet. Heute mit dabei war Philip (ehemals Team Strassacker), Kamila hatte ihren letzten Tag in GC und natürlich beide Meyers. Kurzes Einrollen auf der Küstenstraße, dann ging es ins noch kühle, weil schattige Tal in Richtung Soria. Dort wurde moderat gepaced, es waren diverse Konversationen und Fachgespräche möglich. Im oberen Teil (eher Gravel als Straße) wurde dann die traditionelle Ernährungsmethodik eines weiteren Mitfahrers (Werner, Transalp AK Sieger 2019) vom Coach kritisiert – „da kann ich mich auch in die Eier treten“. Es wurde aufgrund des Wetters auch wenig pausiert, Daniel mitgebrachte Powerbank (Wahoo hatte morgens nur 41 %) konnte daher nicht zum Einsatz kommen. Auf der sehr schönen Abfahrt nach Aldea gab es leider Verkehr und die allerersten Wolken kamen ins Blickfeld. Inselwetter ist eben recht schnelllebig. Die Mittagspause glich eher einem F1 Stopp, jeder holte sich Kohlenhydrate im Supermarkt und es ging hoch ins Tal der Tränen. Die noch im Vorjahr extrem schlechte Fahrbahn im Anfangsteil des sehr schönen, ruhigen und ungleichmäßigen Anstiegs war neu gemacht – sehr gut. Auch hier wurde gerade am Anfang gemütlich gefahren, als es weiter oben immer dunkler wurde, zog Micha das Tempo an. Die mitgebrachten Jacken mussten dann doch übergestülpt werden, man fuhr in der Wolke. Oben in Artenara wollten sich kurze alle sammeln, dann machte es Peng und Heikos Hinterreifen wurde durchstochen. In einer Garage ging dann der Schlauchwechsel zügig vonstatten, Daniel e-Minipumpe hatte sich mal wieder gelohnt. Entgegen der Hoffnung der fünf Fahrer verzogen sich die Wolken nicht, immerhin trocknete die Straße wieder ab, sodass man sicher die Abfahrten (auch viel neue gemacht) bewältigen konnte. Die zweite Pause in Ayakarta wurde wegen Sonnenmangels leider links lieben gelassen, die mitgebrachten Vorräte mussten also reichen. Auf dem kürzesten Weg ging es über Fatada zurück ins trockene Maspalomas. Eine wirklich coole Runde, die sich aber nach dem Tal der Tränen schon noch hinzieht, gerade wenn das Wetter nicht optimal ist. Dank der extrem kurzen Standzeit hatte Daniels Wahoo noch 4 % 🙂 Stravalink

Gran Canaria 2026 – Pico de las Nieves

Da für den Pico gutes Wetter angesagt war, wurde am Plan festgehalten, den Pico von seiner schwersten Seite hochzufahren (Ostauffahrt von Carrizal, mit einer QDH von 1742 eine der schwersten Rennradanstiege in Europa). Heiko hatte zwar noch in Erinnerung, dass insbesondere das Mittelstück sehr hart ist, die Leiden vom Vorjahr waren aber offensichtlich schon wieder so weit verdrängt, dass die Vorfreude für die Gelegenheit überwog, 1,5h Vollgas fahren zu können. Die Faulheit, nicht das 34er Ritzel zu montieren, sollte sich aber noch Rächen. Daniel war diese Variante noch nicht gefahren und daher (für ihn zum Glück) noch nicht über das Steilstück gefahren. Michael und Janine hatten sich jeweils zum Ziel gesetzt, ihre Bestzeiten zu unterbieten. Dem QOM hat Janine selbstredend bereits.

In der gleichen Besetzung wie am Vortag ging es „flach“ bis nach Ingenio. Von da fuhr jeder in seinem Tempo den Pico hoch. Michael und Janine mit einem Affenzahn vorneweg. Daniel, Kamila und Heiko hinterher. Aus der Dreiergruppe verabschiedete sich erst Kamila und dann kurz vorm Steilstück auch Daniel, der etwas underfueled war. Zum Steilstück. Auch wenn sich die Daten relativ harmlos lesen: 5,24km @ 11,1% trügt der Schein. Denn was kein offizielles Profil hergibt, es handelt sich dabei weniger um einen konstanten Anstieg, als um eine lose Aneinanderreihung von 20% Rampen, die kurz kurze Flachstücke miteinander verbunden sind. Heiko hatte teilweise bei über 300 Watt eine Kadenz von unter 50.

Sobald man wieder auf der großen Straße angekommen ist, werden auch die Prozente weniger und man kann halbwegs entspannt zum Pico hochfahren, sofern man dies denn vorhat.

Michael und Janine fuhren gemeinsam in einer super starken Zeit von 1h23min hoch und konnten ihre persönlichen Bestzeiten jeweils deutlich unterbieten. Heiko brauchte trotz minimal besserer Beine als im Vorjahr 2 Minuten länger, was dem etwas schlechteren Wind und der winterlichen Körperfülle zuzuschreiben sind. Mit einer Zeit von 1h36min bei 290 Watt im Schnitt war er trotzdem mehr als zufrieden. Daniel ließ es etwas gemütlicher angehen und kam etwas später oben an, gefolgt von Kamila.

Von da ging es dann wieder gemeinsam über Telde zurück, wo man sich im Café noch mit Philip Peitzmeier traf. Dieser hatte Ruhetag und den Strava-Kommentar des Tages, indem er anmerkte, dass der Pico über Pasadilla nicht zum Hochfahren geeignet sei. Diesen Ratschlag nahmen einige der überholten Radfahrer beim Wort und schoben in den steilen Passagen des Pico ihr Rad.